Berufspädagoge und HR Zertifikatskurse
Trainer Professionals


Zeit für erwachsenenpädagogische Professionals

von Bernd Stelzer, M.A. Andragoge, Waldkappel 

Der Begriff erwachsenenpädagogische Professionals ist mir erstmals in 2016 an der TU Kaiserslautern begegnet. Es handelt sich dabei um Menschen, deren Job die Weiterbildung
ist und die bezogen auf zwei Stoßrichtungen, gute pädagogische Arbeit sowohl von der praktischen Seite als auch von der wissenschaftlichen Seite her leisten können und die,modernen Erkenntnisse aus der Erwachsenen-pädagogik effizient in die Praxis umsetzten können.

Welche Kompetenzprofile ein Trainer, Weiterbildner, Berufspädagoge nach dem Jahr 2020
benötigt, darüber gehen die Meinungen bei Bildungsentscheider und Ausbilder sehr auseinander. Nach meiner Auffassung gibt es aber die schon oben genannten beiden Stoßrichtungen die konsequent und kompromisslos von einem erwachsenenpädagogischen Professional in der heutigen Zeit erwartet werden müssen.
 
Die erste Stoßrichtung ist die konsequente Anwendung und Umsetzung der konstruktivistischen Lehre,
die seit Mitte der 90 er Jahre besteht und ohne die Weiterbildung in der Zeit der Transformation nicht mehr effizient sein kann. Die konsequente Anwendung der konstruktivistischen Lehre erfordert ein völlig anderes Kompetenzprofil vom Lehrenden, als das heute der Fall ist. Heute 25 Jahre nach Entstehung der konstruktivistischen Lerntheorie
sind die Vorteile, die sich hinsichtlich der Effizienz, der Nachhaltigkeit und der Messbarkeit ergeben erst mal nur bei einem kleinen Teil der Trainer, Ausbilder und Pädagogen und Bildungsentscheidern angekommen. Die allermeisten praktizieren konstruktivistische Lehre nicht und sie passt auch nicht in ihre Deutungsmuster, Emotionsmuster und Handlungsmuster. Mit anderen Worten sie lehnen konstruktivistische Lehre weitegehend ab und betreiben Weiterbildung nach veralteten Lerntheorien. Sie beschäftigen sich auch viel zu wenig mit konstruktvistischer Lehre und verfügen deshalb auch nicht über die Kompetenzprofile, die hier benötigt werden.

Während wir im Konstuktivismus mit dem Konnektivismus schon eine für die Zukunft unerlässliche Erweiterung erleben, die momentan bei den erwachsenenpädagogischen Professionals aufgenommen, entwickelt und angewendet wird hält die große Mehrheit der Trainer noch an alten kognitivistischen und behavioristischen Lerntheorien fest. Weiterbildungsmaßnahmen in alter konservativer Manier bringen immer weniger Outcome. Das wird zwar in Unternehmen erkannt und auch vermutet, führt aber dazu, dass sinnvolle Evaluation von Maßnahmen nicht stattfindet, weil vermutet wird, der geringe Nutzen so mancher Bildungsmaßnahme könne auf falsche Entscheidungen zurückfallen.

Die zweite Stoßrichtung der erwachsenpädagogischen Professionals geht in die Richtung Formatvielfalt günstig einsetzen und kombinieren. Nach der konstruktivistichen Lehre macht der Aufbau von Wissen wenig Sinn, wenn das Wissen träge bleibt und nicht zu Können und zu Kompetenzen führt. Lernen hat deshalb nicht die Zielsetzung Wissen zu erzeugen, sondern Können zu entwickeln. Das geschieht in Zeiten in denen Unternehmen in Weiterbildung intensivieren müssen nicht allein im seminaristischen Umfeld sondern unter Einbeziehung anderer Formate wie synchrones und asynchrones eLearning, arbeitsintegriertem Lernen, Lerncommunities etc. Die effiziente Nutzung einer Formatvielfalt in einer Weiterbildungsmaßnahme stellt erwachsenenpädagogische Professionals vor große Herausfor-
derungen, denn neben der Zielsetzung Weiterbildungskosten einzusparen besteht gleichzeitig die Zielsetzung Weiterbildung qualitativ zu verbessern, mehr Kompetenzen zu entwickeln, Problemlöse-fähigkeit zu verbessern und bessere ökonomische Ziele durch die Weiterbildung zu erreichen und auch um Wirksamkeit und Outcome besser nachweisen zu können. Was nützt die beste Weiterbildung, wenn der Nutzen nicht erkennbar und messbar wird?

In der beschriebenen 2. Stoßrichtung kann sich der erwachsenenpädagogische Professional
mächtig profilieren. Deutliche Qualitätsverbesserungen und massive Kosteneinsparungen sind bei entsprechenden Weiterbildungskonzepten möglich, wie die Praxis zeigt. Nur ist der Weg zum Professional in dieser Stoßrichtung nicht ganz leicht, er muss über hervorragende didaktische Fähigkeiten verfügen, Methodik und Instrumente der professionellen Evaluation und des Bildungscontrollings beherrschen, wirksame Methodiken des asynchronen und synchronen Learning anwenden können und auch in allen Bereichen über einen entsprechenden Hintergrund verfügen.Und schon wird es dünn um erwachsenen-pädagogische Professionals, die wir in der Wirtschaft so dringend gebrauchen können. Dennoch es gibt Sie und sie sind nach meinen Erfahrungen in erster Linie in großen Unternehmen beheimatet. Doch auch unter den selbstständigen Trainer und Beratern finden sich einige, die diesbezüglich gute Dienste leisten können. Deshalb ist es besonders mittelständigen Unternehmen anzuraten, sich als erstes, bevor über Weiterbildung neu nachgedacht wird, sich auf die Suche nach einem oder auch mehreren erwachsen-pädagogischen Professionals zu begeben. Eine bessere Investition können Sie derzeit kaum tätigen.  

 


- Der erwachsenenpädagogische Professional kennt das 
  Business seiner Teilnehmer sehr gut. 

 

- Er ist in didaktischer Hinsicht ein Professional, der die
   konstuktivistische Lehre nutzt um Kompetenzen bei den 
   Teilnehmern zu entwickeln.


- Er beherrscht alle Formate, vom Präsenzlernen über das
   eLearning (synchron und asynchron) bis hin zum
   arbeitsintegrierten Lernen und kann diese so miteinander
   verbinden, dass ein optimales Preis- Leistungsverhältnis
   entsteht.